Flyer CE-Kennzeichnung
ab 1. November 2019

für Aussentüren und Fenster mit Anforderungen an Feuerwiderstand
Produktnorm EN 16034 mit Feuer- und / oder Rauchschutzeigenschaften
CE-Kennzeichnung ab 1. November 2019 verpflichtend

 
Anwendungsbereich

Anwendungsbereich

Anwendungsbereich der EN 16034 / EN 14351-1

(CE-Kennzeichnung von wärmegedämmten Fenstern und Aussentüren mit Anforderungen an den Feuer- und / oder Rauchschutz)

Die Produktnorm EN 16034 „Türen, Tore und Fenstern mit Feuer- und / oder Rauchschutzeigenschaften“ kann ab dem 01. November 2016 zur CE-Kennzeichnung verwendet werden. Mit diesem Datum legt das Europäische Amtsblatt vom 28.10.2016 fest, dass die Norm nur in Verbindung mit den jeweiligen Produktenormen EN 14351-1 „Fenster und Aussentüren ohne Eigenschaften bezüglich Feuerschutz und / oder Rauchdichtheit“ und EN 13241 „Tore ohne Feuer- und Rauchschutzeigenschaften“ gilt. Hersteller können damit Produkte mit dem CE-Kennzeichen europaweit in Verkehr bringen.

Neben den Prüfnachweisen durch die Firma Forster Profilsysteme AG gehört auch eine Fremdüberwachung des Kunden (Metallbauer / Lizenznehmer) durch eine notifizierte Produktzertifizierungsstelle (NPZ) sowie eine WPK und deren Fremdüberwachung dazu.



Das Wichtigste in Kürze (Fenster / Aussentüren):

  • Produktnorm EN 16034 regelt die Leistungseigenschaften von „Türen, Tore und Fenster mit Feuer- und / oder Rauchschutzeigenschaften“ (z.B. EI230 / C5 / S200 / usw.)
  • Produktnorm EN 14351-1 regelt die Leistungseigenschaften von „Fenster und Aussentüren ohne Eigenschaften bezüglich Feuerschutz und / oder Rauchdichtheit „(z.B. Windlast / Luftdurchlässigkeit / Schlagregendichtheit / usw.)
  • Verglasungen (Festfelder) sind weiterhin national geregelt
  • CE-Kennzeichnung setzt eine Produktzertifizierung des Herstellers (Metallbauer / Lizenznehmer) durch eine notifizierte Stelle voraus (Fremdüberwachung) → Informationen / Auskunft: Technische Beratung Forster Profilsysteme AG
  • Forster Profilsysteme AG bietet eine Lizenznehmerschulung an
  • Klassifizierungsbericht als Grundlage für Klassifizierung von E / EW / EI / C5 / S200 / Sa 
  • Inkrafttreten der EN 16034 ab 01.11.2016, CE-Kennzeichnung möglich ab 01.11.2016
  • Koexistenzphase der EN 16034: bis 01.11.2019, CE-Kennzeichnung ab 01.11.2019 verpflichtend
Erstprüfung

Erstprüfung

ERSTPRÜFUNG GEMÄSS PRODUKTNORM EN 16034 / EN 14351-1

Bedeutung und Ziele der Erstprüfung (durch Systemgeber):

  • Bei der Erstprüfung ITT (Initial Type Test) werden die Produkt- bzw. Leistungseigenschaften nach einer harmonisierten europäischen Produktnorm ermittelt.

  • Diese Produkteigenschaften werden in der Regel anhand repräsentativer Prüfkörper durch Messungen, Berechnungen oder andere Verfahren ermittelt, welche in der (jeweiligen) Produktnorm beschrieben sind.

  • Die Anforderungen an die Erstprüfung werden in der jeweiligen Produktnorm beschrieben, für Fenster und Türen ist es die EN 14351-1. Für Türen und Fenster mit Anforderung an den Brandschutz ist es die EN 16034.

  • Die Erstprüfung muss von einer notifizierten Produktzertifizierungsstelle (NPZ) durchgeführt werden. Details dazu sind in der jeweiligen Produktnorm geregelt.

  • Um dem Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) die umfangreichen Systemprüfungen zu ersparen, bietet die Bauproduktenverordnung die Möglichkeit der Erstprüfung (ITT) durch den Systemgeber. Die Nutzung der Erstprüfung durch den Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) ist an folgenden Randbedingungen gebunden:
    • Die Dokumentationen und alle Prüfungen, die durch den Systemgeber oder andere durchgeführt wurden, sind in Übereinstimmung mit der Produktnorm oder anderen nicht entgegenstehenden europäischen Normen anzuwenden bzw. dienen als Grundlage für die Fertigung und Montage.
    • Der Inhaber (Systemgeber) der Systemprüfungen schliesst mit dem Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) einen Nutzungsvertrag ab. In dieser Vereinbarung wird die Verwendung der Prüfergebnisse, die Anwendung von dokumentierten Richtlinien für die Verarbeitung und Montage sowie die Verwendung der gleichen Komponenten des Bauprodukts (Fenster, Verglasungen und Türen) geregelt.
    • Der Prüfkörper des Systemgebers, welcher die Grundlage des Prüfberichts darstellt, muss den Bauprodukten (Fenster, Verglasungen und Türen) entsprechen, welche der Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) produziert und in den Verkehr bringen möchte.
    • Der Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) muss die dokumentierten Richtlinien für die Verarbeitung und Montage des Lieferanten (Systemgeber) in seine werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) aufnehmen.
    • Die Bauprodukte (Fenster, Verglasungen und Türen) werden durch den Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) entsprechend den Vorgaben des Lieferanten (Systemgeber), der über die Prüfergebnisse und die unterstützenden Richtlinien für die Verarbeitung und Montage verfügt, zusammengebaut. Zudem ist vom Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) auch zu gewährleisten, dass das Bauprodukt (Fenster, Verglasungen und Türen) den angegebenen Leistungen entspricht bzw. diese erfüllt.

  • Mit der Ausstellung des CE-Kennzeichens haftet der Hersteller (Metallbauer) für die Leistungseigenschaften des Bauprodukts (Fenster, Verglasungen und Türen).
Konformitätssysteme

Konformitätssysteme

KONFORMITÄTSSYSTEME (AVCP-SYSTEME) 

Für Türen, Tore und Fenster mit der Leistungseigenschaft Feuer- und / oder Rauchschutzeigenschaften (EN16034) ist das System 1 der Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit heranzuziehen. Da die EN 16034 nur in Kombination mit der EN 14351-1 gültig ist, ist nach EN 14351-1 das System 3 heranzuziehen (notwendig für CE-Kennzeichnung).

Grundsätzlich ist in jedem System die Einrichtung und Aufrechterhaltung einer werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) Aufgabe der Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer). Die Aufgaben einer notifizierten Produktzertifizierungsstelle (NPZ) liegen im Wesentlichen in der Probekörperauswahl, der Probennahme, der Feststellung der Leistungseigenschaften (Typprüfung) und der Überwachung der Fertigung. Die Ergebnisse werden in Form von Prüfberichten oder Zertifikaten bescheinigt. Welche Eigenschaften eines Bauproduktes welchem AVCP-System (Assessment and verification of constancy of performance) unterliegen, steht jeweils in der harmonisierten Produktnorm.

Nachfolgende Tabelle  zeigt, welche Aufgaben nach der BauPVO (Bauproduktenverordnung) in den unterschiedlichen Konformitätsbewertungssystemen vom Hersteller (H - Metallbauer / Lizenznehmer) und von der notifizierten Produktzertifizierungsstelle (Notified Body – NB) zu leisten sind.

Für die CE-Kennzeichnung ist der Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) zuständig und verantwortlich. Somit stellt der Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) auch die erforderliche Leistungserklärung / CE-Zeichen für die CE-Kennzeichnung aus. Die notwendigen Dokumente und deren Inhalt werden in der Produktnorm EN 14351-1 beschrieben. Mit diesen Dokumenten bestätigt der Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer), dass das von ihm erstellte Bauprodukt normkonform ist und somit in den Verkehr gebracht werden darf.

Praxis Anwendung

Praxis Anwendung

Praktische Anwendung CE-Kennzeichnung

Die Einführung der EN 16034 am 1. September 2016 erleichtert Herstellern, Bauherren und Planern den europaweiten Einsatz von Türen, Toren und Fenstern mit Feuer- und / oder Rauchschutzeigenschaften. Während der dreijährigen Koexitenzphase dürfen Produkte mit CE-Kennzeichnung in Verkehr gebracht werden. Nach dem 1. November 2019 ist nur noch das CE-Kennzeichen zulässig.

Das CE-Kennzeichen kennzeichnet Produkte nach EU-Recht bezüglich Produktsicherheit. CE steht für Conformité Européenne, was sinngemäss "Übereinstimmung mit EU-Verordnungen" bedeutet. Durch das CE-Kennzeichen bestätigt der Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer), dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht.

Die Produktnorm EN 16034 legt materialunabhängige Sicherheits- und Leistungsanforderungen fest, die für alle feuerwiderstandsfähigen und / oder rauchdichten Produkte zur Raumaufteilung in Brand- und / oder Rauchabschnitte und zur Verwendung in Rettungswegen gelten.

Die Produktnorm EN 14351-1 gibt materialunabhängige Leistungseigenschaften an, mit Ausnahme von Feuer und / oder Rauchschutzeigenschaften und gilt für Fenster, Aussentüren und zusammengesetzte Elemente.

Produktionskontrolle

Produktionskontrolle

Produktionskontrolle

Die werkseigne Produktionskontrolle (WPK) ist in der Produktnorm EN 16034 und EN 14351-1 vorgegeben und muss von jedem Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) beachtet werden. Durch eine WPK wird sichergestellt, dass die in der CE-Kennzeichnung deklarierten Eigenschaften eingehalten / erfüllt werden.

Für Türen, Tore und Fenster mit der Leistungseigenschaft Feuer- und / oder Rauchschutzeigenschaften ist das System 1 der Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit heranzuziehen.

Alle für die werkseigene Produktionskontrolle (WPK) relevanten Unterlagen und Aufzeichnungen unterliegen einer Aufbewahrungspflicht (länderspezifisch) und können in Papier Form abgelegt oder in digitaler Form abgespeichert werden.

Werkseigene Produktionskontrolle (WPK)
Der Hersteller (Metallbauer / Lizenznehmer) muss eine werkseigene Produktionskontrolle gemäss EN 16034 einführen, dokumentieren und aufrecht erhalten, um sicherzustellen, dass Türen, Tore und Fenster, die in Verkehr gebracht werden, die festgelegten Leistungseigenschaften aufweisen.

Das Wichtigste in Kürze für die Zertifizierung:

  • Lizenzvertrag und Schulung mit Forster Profilsysteme AG

  • Nachweis Lizenznehmerschulung

  • Technische Dokumentation
    • Überwachungsdokumente (Dokumentation, Einbau- / Wartungsanleitung)
    • Klassifizierungsbericht

  • WPK (nicht abschliessend):
    • Festlegung der verantwortlichen Personen für den Aufbau und die Aufrechterhaltung
    • geschulte Mitarbeiter
    • notwendige Ausrüstung
    • Werkstatteinrichtung
    • Fertigungsverfahren
    • Warenkontrollen (z.B. Kontrolle der Halbfabrikate und fertigen Produkte)
    • Qualitätsmanagement (QM)
    • Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung

  • Zertifizierungsvertrag mit einer notifizierten Produktzertifizierungsstelle (NPZ)
  • Administrative notwendige Unterlagen für die Antragstellung bei der NPZ zur Zertifizierung (Auflistung nicht verbindlich, da bei der NPZ länderbezogen ggf. unterschiedliche Forderungen bestehen):
    • Kopie des Gewerbescheins und des Firmenbuchauszugs
    • Nachweis Ihrer UID-Nummer

    • Vollständig ausgefülltes und firmenmäßig unterzeichnetes Antragsformular auf Zertifizierung

    • Lizenzvereinbarungen für die zu zertifizierenden Produkte

    • Schulungsnachweise der Lizenzgeber

    • Darstellung der Regelungen für die werkseigene Produktionskontrolle (WPK)

      Die Anforderungen an die WPK sind in der jeweils gültigen Norm und in den Zertifizierungsprogrammen geregelt. Aufgrund der Möglichkeit, die Produkte in ganz Europa in Verkehr zu bringen, werden an die WPK zur Qualitätssicherung entsprechende Anforderungen gestellt.

 

Erstinspektion des Herstellwerks und der WPK
Im Zuge der Erstinspektion gemäss EN 16034 ist vom Antragssteller nachzuweisen, dass die werkseigene Produktionskontrolle entsprechend EN 16034 eingerichtet, dokumentiert, verwirklicht und aufrechterhalten wird. Hierzu kann vorgängig die notifizierte Produktzertifizierungsstelle Auskunft über den Umfang der WPK geben.

Zertifizierungsdokumentation (Bescheinigung der Leistungsbeständigkeit)
Nach erfolgreicher Zertifizierungsentscheidung erhält der Antragsteller (Metallbauer / Lizenznehmer) ein "Zertifikat zur Bescheinigung der Leistungsbeständigkeit" (z.B. Aussentür mit der Leistungseigenschaft Feuer- und / oder Rauchschutzeigenschaften).

Der Hersteller ist auf Grund eines gültigen Zertifikats berechtigt und verpflichtet, die Leistungserklärung auszustellen und die CE-Kennzeichnung gemäss BauPV (Bauproduktenverordnung) der EN 16034 anzubringen.

Die Gültigkeit des Zertifikats der Leistungsbeständigkeit ist so lange gegeben, wie sich die EN 16034 und die Bedingungen für die Herstellung von Türen, Tore und Fenster mit der Leistungseigenschaft Feuer- und / oder Rauchschutzeigenschaften nicht ändern.

Überwachung
Die laufende Überwachung der WPK und die Evaluierung des Herstellwerks erfolgt gemäss EN 16034 durch die Inspektoren der Zertifizierungsstelle mindestens einmal jährlich.

 

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